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Tidenkoeffizienten erklärt

Was Tidenkoeffizienten bedeuten: die Skala von 20 bis 120, wie Spring- und Nipptiden mit dem Mond zusammenhängen und warum ein höherer Koeffizient einen größeren Tidenhub bringt.

Ein Tidenkoeffizient ist eine einzelne Zahl, die zusammenfasst, wie groß eine Tide an einem bestimmten Tag ausfällt. Er ist in Frankreich und anderen Ländern verbreitet, die der französischen hydrographischen Tradition folgen. Der Koeffizient ist dimensionslos und liegt normalerweise zwischen etwa 20 und 120: Je größer die Zahl, desto größer der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser und desto stärker die zugehörigen Gezeitenströmungen.

Die Skala von 20 bis 120

Der Koeffizient vergleicht den Tidenhub des Tages mit einem langfristigen Bezugswert. Mehrere Punkte auf der Skala haben eine übliche Bedeutung:

  • 20die kleinsten Tiden, nahe dem minimalen astronomischen Tidenhub.
  • 45eine durchschnittliche Nipptide, wenn der Tidenhub klein ist.
  • 70eine mittlere Tide, ungefähr die Mitte zwischen Nipp- und Springtiden.
  • 95eine durchschnittliche Springtide, wenn der Tidenhub groß ist.
  • 120die größten Tiden, nahe dem maximalen astronomischen Tidenhub.

Warum er sich ändert: der Mond

Die Koeffizienten steigen und fallen im etwa zweiwöchigen Spring-Nipp-Zyklus. Springtiden mit hohen Koeffizienten treten ein oder zwei Tage nach jedem Neu- und Vollmond auf, wenn Sonne und Mond in einer Linie ziehen und ihre Gezeitenkräfte sich addieren. Nipptiden mit niedrigen Koeffizienten treten nahe dem ersten und letzten Viertelmond auf, wenn Sonne und Mond im rechten Winkel stehen und sich teilweise aufheben.

Auch die Entfernung des Mondes spielt eine Rolle. Wenn eine Springtide mit dem Perigäum (der größten Annäherung des Mondes an die Erde) zusammenfällt, erreicht der Koeffizient seine höchsten Werte. Die allergrößten Tiden treten meist nahe der Frühjahrs- und Herbst-Tagundnachtgleiche gehäuft auf.

Was ein Koeffizient nicht verrät

Der Koeffizient beschreibt nur den astronomischen Tidenhub. Er berücksichtigt nicht den Einfluss des Wetters — Wind und Luftdruck können den tatsächlichen Wasserstand unabhängig vom Koeffizienten heben oder senken. Zudem ist er eine Eigenschaft der Tide als Ganzes an diesem Tag, keine Höhe in Metern oder Fuß an einem einzelnen Ort.